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Gavin Ortlund: Kirche braucht Erneuerung
Unter Evangelikalen gibt es eine wachsende Bewegung, die sich nach historischer Verwurzelung sehnt. Dabei entsteht schnell der Eindruck, dass nur die römisch-katholische oder östliche Kirche diesen Wunsch erfüllen kann.
In Kirche braucht Erneuerung liefert Gavin Ortlund eine fundierte Verteidigung des Protestantismus. Er stützt sich dabei sowohl auf sein Wissen als Kirchenhistoriker als auch auf seine persönlichen Erfahrungen im ökumenischen Dialog und zeigt: Viele der gegenwärtigen Einwände gegen den Protestantismus beruhen auf verzerrten Darstellungen.
Der Protestantismus bietet Christen nicht nur eine tiefe historische Verwurzelung, sondern auch eine zukunftsfähige Perspektive. Denn gerade durch das Prinzip des semper reformanda ist er in der Lage, sich immer wieder auf der Basis von Gottes Wort zu erneuern.
• Buch des Jahres 2024 (Christianity Today)
• Eine kraftvolle Verteidigung der protestantischen Tradition
• Verbindet theologische Argumente mit persönlicher Erfahrung
• Von Bestseller-Autor Gavin Ortlund
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2 Bewertungen
19. Februar 2026 05:39
Endlich eine positive Vision für den Protestantismus
Ich habe hauptsächlich das englische Original (What It Means to Be Protestant) gelesen und bin begeistert, dass dieses wichtige Werk nun auf Deutsch vorliegt.
In Amerika schlägt das Buch aus gutem Grund gerade hohe Wellen: Viele Christen sind dort aktuell auf der Suche nach festen, historischen Wurzeln und blicken dabei oft in Richtung der katholischen oder orthodoxen Kirche. Ortlund greift genau diese Sehnsucht auf. Er stellt die berechtigten Fragen nicht infrage, sondern zeigt auf eine extrem respektvolle und faire Art, dass auch der Protestantismus tief in der frühen Kirchengeschichte verwurzelt ist.
Gerade für uns in Deutschland, dem historischen Kernland der Reformation, ist dieses Buch essentiell. Wir laufen oft Gefahr, unser evangelisches Erbe als bloße Kulturgeschichte abzutun, anstatt es als lebendige theologische Überzeugung zu greifen. Ich habe das Buch intensiv in einer Jüngerschaftsbeziehung mit einem Freund gelesen, der mit genau solchen essentiellen Fragen zur wahren Kirche und Tradition am Ringen war – für solche Gespräche ist Ortlunds Ansatz ein absoluter Gewinn.
Es ist kein wütender Angriff auf andere Konfessionen, sondern eine warme, theologische Vision. Ortlund erklärt mit einfachen Worten, warum die stetige Erneuerung durch sein Wort für die Kirche so wichtig ist und warum wir gute Gründe haben, aus tiefer Überzeugung evangelisch zu sein.
Wer den Reichtum des eigenen historischen Erbes besser verstehen will, braucht genau dieses Buch. Kauf es und lies es!
16. Februar 2026 09:23
Argumentationshilfe
„Kirche braucht Erneuerung“ von Gavin Ortlund greift eine Frage auf, die viele evangelikale Christen bewegt: Braucht der Protestantismus eine Korrektur durch Rom oder die Orthodoxie – oder besitzt er selbst die Ressourcen zur Erneuerung? Das Buch versteht sich als Plädoyer für den Protestantismus und als Antwort auf verbreitete Einwände. Ortlund argumentiert historisch, theologisch und persönlich.
Wer ist der Autor?
Gavin Ortlund ist evangelikaler Theologe, Pastor und Kirchenhistoriker. Er ist bekannt für faire, sachliche Auseinandersetzungen mit katholischen und orthodoxen Positionen. Seine Arbeiten zeichnen sich durch analytische Klarheit und einen respektvollen Ton aus.
Worum geht’s?
Das Buch ist klar strukturiert. Teil 1 behandelt Wesen und Kernanliegen des Protestantismus, insbesondere Rechtfertigung und sola fide. Teil 2 widmet sich Autoritätsfragen wie sola scriptura, Papsttum und apostolischer Sukzession. Teil 3 ordnet die Debatte historisch ein und diskutiert Fallstudien wie Mariens Himmelfahrt und Ikonenverehrung.
Ortlund schreibt verständlich, ohne akademische Schwere, aber mit Substanz. Besonders stark ist seine Fähigkeit, gegnerische Positionen korrekt darzustellen. Er zeigt, dass viele populäre Angriffe auf den Protestantismus auf Verzerrungen beruhen. Historisch argumentiert er differenziert und macht deutlich, dass Entwicklung in der Kirchengeschichte nicht automatisch Legitimation bedeutet.
Theologisch verteidigt er sola scriptura nicht als Ablehnung von Tradition, sondern als Einordnung der Tradition unter die Schrift. Der Protestantismus erscheint bei ihm nicht als Defizitmodell, sondern als Reformbewegung mit biblischer Grundlage.
Wer soll es lesen?
Das Buch eignet sich für evangelikale Christen, die sich mit katholischen oder orthodoxen Argumenten auseinandersetzen. Ebenso hilfreich ist es für Leser, die ihre eigene protestantische Identität besser verstehen wollen.
Was gibt es Kritisches?
An manchen Stellen bleibt die biblisch-exegetische Vertiefung hinter der historischen Argumentation zurück. Leser mit starkem Fokus auf detaillierte Schriftbeweise hätten sich gelegentlich mehr direkte Exegese gewünscht. Zudem werden innerprotestantische Schwächen zwar erwähnt, aber nicht umfassend analysiert.
Wie kann ich das Werk nutzen?
Das Buch eignet sich hervorragend zur Klärung typischer Streitfragen: Schrift und Tradition, Rechtfertigung, kirchliche Autorität. Es liefert Argumentationshilfe für Gespräche und hilft, Scheinprobleme von echten Differenzen zu unterscheiden. Für Unterricht, Gemeindearbeit und persönliche Weiterbildung ist es gut einsetzbar.
Was bleibt?
Ortlund gelingt eine seltene Balance: klare Positionierung ohne Polemik. Das Buch stärkt das Vertrauen in die Tragfähigkeit reformatorischer Theologie. Es motiviert, die eigene Überzeugung nicht defensiv, sondern reflektiert und begründet zu vertreten. Wer den Protestantismus vorschnell abgeschrieben hat, wird hier intellektuell herausgefordert.














